Heimatblatt 2001 (Auszug)
Steine erzählen — lassen wir sie nicht verstummen
Auszug aus „Temeswarer Mosaik“ von Franz Liebhardt
Bau- und kulturgeschichtliche Zeugen der Stadt Temeswar

Die Pflege der Bau- und Kunstdenkmäler, der stummen Zeugen kulturgeschichtlicher Art aus vergangenen Zeiten, der Arbeit, der materiellen und geistigen Bemühungen um Schönheit und Helle des Daseins nimmt in Rumänien eine vordergründige Stellung ein.
 

Während der Bauwille der Gegenwart überall triumphal zur Geltung kommt, wird auch der Erhaltung und Pflege des kulturgeschichtlichen Erbes an Bau- und Kunstdenkmälern ein entsprechendes Augenmerk zugewendet. Nichts soll zugrunde gehen, was im Rahmen einer Stadt oder darüber hinaus kulturgeschichtlich von Bedeutung ist. Leider ist Temeswar in dieser Hinsicht ziemlich zurückgeblieben, von einer systematischen Pflege seiner Denkmäler ist wenig zu sehen. Wir möchten durch einige Veröffentlichungen die Aufmerksamkeit auf Temeschburger bau- und kulturgeschichtliche Merkwürdigkeiten lenken, die es verdienen, mit Interesse und Anteilnahme beachtet zu werden.

Das alte Stadthaus

Rechts vom Tor des alten Stadthauses ist ein viereckiger Stein in die Mauer eingefügt. Er weist erhaben gemeißelt eine arabische Inschrift folgenden Wortlautes auf: Zur Zeit der Pein unter Khan Ibrahirn erbaut. Hesdra 1053 (nach unserer Zeitrechnung 1643). Diese Worte nehmen auf das türkische Bad Bezug, das sich an dieser Stelle erhob und schon 1718, kaum zwei Jahre nach dem Abzug der Türken, ausersehen wurde, dem geplanten Stadthaus zu weichen. Der graue Stein mit den geschnörkelten Schriftzügen ist der einzige Zeuge der Herrschaft des Halbmondes über Temeswar und das Banat, die 164 Jahre gedauert hat. Zur Grundsteinlegung kam es erst 1731. Bürgermeister war damals Peter Solderer. Zwei Jahrzehnte trug er die höchste Würde, die Bürgerschaft zu vergeben hatte. Die Bauarbeiten währten mehrere Jahre, so daß im neuen Rathaus die erste Bürgermeisterwahl erst 1735 abgehalten werden konnte. Die Baukosten verschlangen die Summe von 26 000 Gulden — vorgesehen waren ursprünglich 4000.

Das zweistöckige Eckgebäude war im Hof durch einen Querbau abgeschlossen. Der Korridor im ersten Stock hatte breite, gewölbte 0ff-nungen gegen den Hof, die heute durch Glasscheiben geschlossen sind. An der Hauptfront wurde eine steinerne Nachbildung des alten Stadtwappens angebracht: zwischen zwei Festungstürmen ein rundgewölbtes Tor, das rechts und links von Palisaden flankiert ist und zu dem über das vorbeifließende Wasser eine Aufzugsbrücke führt. Dieses Wappen, das auch das alte Siegel der Stadt zierte, ist auch heute noch zu sehen. Darunter befanden sich in Bleilettern lateinische Verse, von denen diese zwei auf das steinerne Wappenbild gemünzt waren:

,,Was gewesen ich einst, das soll dies Zeichen dich lehren.
Rings auf türkische Art siehst du die Wälle erbaut.“

 

Von diesem Gebäude aus wurde die Stadt über zwei Jahrhunderte verwaltet. Wechselvolle stürmische Zeiten gingen im Laufe der Geschichte darüber hinweg. So ließ am 3. Oktober 1848 der österreichische Festungskommandant Geschütze gegen das Stadthaus auffahren, um die Entwaffnung der Nationalgarde der Bürgerschaft von dem unter der Führung von Johann Nepomuk Preyer stehenden Magistrat zu erzwingen. Vor dem durch mehrere Polizeikordone bewachten Tor staute sich die Volksmenge, die am letzten Maitag des Kriegsjahres 1917 ihre Erbitterung über die schweren Entbehrungen durch eine vehemente Demonstration zum Ausdruck brachte und das Stadthaus stürmen wollte. Vom Balkon dieses Hauses wurde im Herbst 1918 unter dem Druck einer Riesenkundgebung der arbeitenden Bevölkerung das Ausscheiden des Banats aus dem Gefüge der zusammenbrechenden österreichisch-ungarischen Monarchie verkündet.

Volks- und Armenküchen in Temeswar während der Dürre von 1863/64
Aus der Geschichte des Trockenjahres im Banat
von Heinrich Lay

Die bedeutendste Naturkatastrophe, die das Banat in der zweiten Hälfte des  19. Jahrhunderts heimgesucht hat, war ohne Zweifel das Trockenjahr von 1863. Es brachte in die Banater Ortschaften Hungersnot für Mensch und Tier, Verarmung, Verschuldung und Verzweiflung, wodurch sich so manche Dorfbewohner entschlossen auszuwandern, um in Altrumänien oder in Bulgarien eine neue Heimat zu finden. Diese misslichen Umstände der Jahre 1863/64 hinterließen in den Reihen der Banater Bevölkerung tiefen Eindruck. Als „Hungerjahr“ wurden sie in der zeitgenössischen Presse umfassend behandelt und werden in fast allen Ortsgeschichten, Monographien und Heimatbüchern mehr oder weniger eingehend beschrieben. Darüber wurde auch das Büchlein „Eines Mercydorfer Landmannes Chronik der großen Noth, welche im Jahre 1863 auf 1864 im Banate geherrscht hat“ von Josef Etchen verfaßt und bei Förk & Comp in  Temeswar gedruckt.(1) Auch ein Theaterstück mit dem Titel „Die Dürre“ von einem Guttenbrunner Landsmann namens Ignaz Stösser verfaßt, hat diese Kalamität zum Thema. Es wurde als Premiere vom Hermannstädter Staatstheater zu Beginn der Spielzeit 1982/83 aufgeführt.(2)

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In sämtlichen Publikationen über diese Notlage wird deren Auswirkung auf das Banater wirtschaftliche, soziale, kulturelle und gesellige Leben hervorgehoben.

Wegen dem knappen Schneefall im Winter 1862/63, dem ausgebliebenen Regen und dem anhaltenden kalten und trockenen Wind war man schon im April 1863 um die Ernte besorgt. Die ganze Vegetation war zurückgeblieben und hie und da traten schon Mängel an Viehfutter auf. Seit Januar 1863 zeigte der Josefstädter Pegel den Wasserstand der Bega unter Null. Im August 1863 war der Wasserstand so niedrig, dass der Verkehr nicht mehr reibungslos abgewickelt werden konnte.

Auf dem Temeswarer Markt begann die Nachfrage nach Weizen, Halbfrucht (ein Gemisch von Weizen und Roggen) und Roggen zu wachsen. Dabei wurde die Zufuhr nach und nach schwächer und die Preise stiegen an. Im Juni 1863 kostete der Weizen 5 fl.(Gulden), die Halbfrucht 3,95.fl,, Hafer 2 fl. und der Mais 3 fl. pro Metzen (eine Preßburger Metze = 62,53 l). Um eine Übersicht über die Märkte zu haben verordnete das K.K. Ministerium ihm die wöchentlichen Marktpreise des Getreides  einzusenden. Am 10. Juli 1863 wurde auf dem Temeswarer Markt für eine Metzen Weizen 5,13 fl., Roggen 3,20 fl., Hafer 2,30 fl., Mais 3,5 fl., Heu 3 fl. und Stroh 2 fl. per Centner (1 Zentner = 56 kg). Die Temeswarer Handels- und Gewerbekammer stellte in ihrer Versammlung vom 7. Juli 1863 fest, daß die Vorräte an Getreide in den Emporialorten (Getreide-umschlagplätze) des Kammerbezirkes (Temeswar, Perjamosch, Tschanad, Großki-kinda, Zrenjanin (Großbetschkerek) , Hatzfeld, Lippa und Werschetz) sehr gering waren und die schwache Ernte den Lokalbedarf kaum decken wird. Bis zum 7. August 1863 waren die Preise beim Weizen und Mais um 40 bis 50 % gestiegen und um das Vieh vor dem Hungertod zu retten wurde es um einen Spottpreis zum Kauf angeboten. Für eine Kuh samt Kalb verlangte man 7 bis 8 fl., ein Paar gute Zugpferde kosteten 15 bis 20 fl., ein Paar Schweine und Schafe konnten zu je 3 fl. gekauft werden. Für einen Klafter Stroh zahlte man den horrenden Preis von 30 bis 35 fl.

Da man sich an eine so starke Trockenheit nicht erinnerte, versuchten die Leute eine Erklärung dafür zu finden. Viele der Landwirte haben diese Kalamität abergläubisch gedeutet. Zwei Jahre vorher, 1861 hat man mit einem aus London bezogenen Dampfpflug Probeackerungen im Banat vorgenommen. Das bis dahin unbekannte Gerät wurde “Höllenflug“ genannt und nicht nur abgelehnt, sondern auch verpönt. Ihm wurde die große Trockenheit hinzugeschrieben. Man sagte, dass die Feuerkraft, die den Dampfpflug in Bewegung setzte auf die Erde übertragen wurde und die Dürre hervorrief. So mancher Landwirt meinte, dass bei der althergebrachten Bearbeitung des Bodens so etwas nicht vorkam und mit dem Auftreten des modernen Pfluges die Trockenheit einsetzte.  Armut, Not und Hunger waren im ganzen Banat unbeschreiblich groß.

Die Temesvarer Zeitung  meinte, dass die Zahl der Stadtarmen während des Missjahres um das zehnfache gestiegen war. Das bewiesen die herumstreifenden Bettler, die an Neujahrstag 1864 scharenweise als Gratulanten von Haus zu Haus zogen und um milde Gaben baten. Die Bettelei stand in allen Stadtteilen an der Tagesordnung. Es geschah in der inneren Stadt, wo sich eine robuste Bettlerin mit einem Stock in der Hand in mehreren Häusern herumtrieb und um Almosen bat. Unter anderen kam sie auch in das Haus zum „Stock im Eisen“. Dort gelangte sie in eine Wohnung in der lediglich zwei Frauen zu Hause waren. Als die Bettlerin die erschrockenen Frauen entdeckte, schwang sie den Stock und schrie: „Jetzt Geld her, oder ich schlag' alles zusammen“. Durch dieses barsche Auftreten wurden die Frauen eingeschüchtert, gerieten in Verzweiflung und wussten sich nicht anders zu helfen, als in die Handtasche zu greifen und der frechen Bettlerin zwei Einguldennoten auszuhändigen. Sie nahm das Geld und war schon verschwunden. Erst dann gaben sich die zwei Frauen Rechenschaft über den hohen Betrag, den sie leichtfertig der Drohenden überreicht haben. Die Bettlerin konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden.  Außer der Bettelei waren nicht selten Einbrüche und Diebstähle gemeldet, so dass die Polizei die Hände voll zu tun hatte. Diese Zustände haben die Bürgerschaft der Städte veranlasst, Vereine zur Einsammlung von Spenden, zur Beischaffung von Holz und Lebensmittel für die Bedürftigen ins Leben zu rufen. In Arad entstand ein „Suppenverteilungs-Verein“ und die Kommune spendete wöchentlich 1000 Leib Brot für die Stadtarmen. Auch in Temeswar begann man mit solchen caritativen Aktionen. Im Januar 1864 wurde in der inneren Stadt eine „Suppen- und Fleischverteilungs-Anstalt“ von wackeren Bürgern gegründet. Ein jeder von ihnen zeichnete einen Geldbetrag, den er wöchentlich der Anstalt aushändigte. Anfangs wurden 60 arme Städter täglich mit einer „Kraftsuppe“ und wöchentlich mit einer Portion Rindfleisch abgespeist. Ihre Zahl sollte in den nächsten Tagen bis auf 200 erhöht werden. Die Anstalt war im Hause zur „eisernen Achse“ untergebracht. Um die Kosten für diese Einrichtung bewältigen zu können wurden an mehreren Stellen „Subscriptionsbögen“ ausgelegt. Die Suppe- und Brotverteilung begann am 11. Januar 1864. Von den 120 Bedürftigen, die sich eingefunden hatten, erhielten lediglich 80 je eine Suppe und die anderen wurden mit Brot abgefertigt. Da inzwischen auch die Zahl der Gönner gewachsen war, erhielten mehr Männer, Frauen und Kinder, die in ihren zerissenen Kleidern um die Anstalt herumstanden Suppe, Brot und manche von ihnen auch je ein Geschirr und einen Löffel. Die Suppenanstalt in der inneren Stadt bestand aus 213 unterstützenden Mit-gliedern, die außer Geld (1396 fl. und 50 kr. (Kreuzer) auch Brot, Mehl, Hülsenfrüchte und Essig spendeten.

Am 18. Januar 1864 wurde ein Komitee für die folgenden drei Monate gewählt, das sich beraten hatte, um die eingelaufenen Spenden gerecht zu verteilen. Man schlug vor es mit der italienischen Nationalspeise „Polenta“ (Maisbrei, mamaliga), das auch den Rumänen als Hauptspeise diente, zu versuchen. Das schmackhafte frischgemahlene Maismehl sollte vielen den Hunger stillen. Inzwischen wurde auch in der Fabrikstadt so eine Anstalt ins Leben gerufen. Vom 11. Januar 1864 beginnend wurde an die Armen dieses Stadtteils Suppe, Fleisch und Brot verteilt. Dazu hat der Besitzer der Gaststätte  zum „grünen Kranz“ sein Lokal der Anstalt zur Verfügung gestellt. Die Zahl der abgespeisten Familien stieg von Tag zu Tag und erreichte am 20. Januar 1864 schon 200 d.h. etwa 500 Personen. Die Gönner in beiden erwähnten Stadtteilen begegneten sich am 17. Januar 1864 zu einer Beratung und fassten den Beschluss separat je eine „Conscription“ aller Bedürftigen vorzunehmen. Hier muss noch erwähnt werden, dass es zu keiner Vereinigung der zwei Suppengesellschaften gekommen war. Außer den Bettlern wurden auch die Arbeitslosen, Kranken, Alten, Arbeitsunfähigen, schwache Verdiener und nicht zuletzt auch solche verarmten Leute, die sich schämten betteln zu gehen aufgenommen. Ein jeder „Conscribierte“ erhielt einen Ausweiszettel, den er bei der Suppenverteilung aufzuweisen hatte. Für jedes Stadtteil wurden Auskochstellen vorgesehen, die bis zum 2. April 1864 funktionieren sollten. Jene der inneren Stadt hatte bis dahin 500 Leute täglich abgespeist. Die aus der Fabrikstadt schloss ihre Tätigkeit am 26. März und die Generalversammlung der „Suppenverteilungs-Gesellschaft“ stellte fest, daß 1203 fl. für Brot, Fleisch und für andere Lebensmittel verausgabt wurden. Die in der Josefstadt begann um den 20. Januar 1864 an 40 Arme Suppe, Fleisch und Brot zu verteilen. Bei der Vermehrung ihres Fonds wurde die Verteilung ausgedehnt. Ihre Tätigkeit wurde Ende März 1864 eingestellt. Der Betrag, der für die Armenküche verausgabt wurde betrug 898 fl. und 91 kr.  Auch andere Einrichtungen griffen zu, um die Notstandverhältnisse in der Stadt zu lindern. So hat die israelitische Kultusgemeinde im Januar 1864 beschlossen 10 arme Schulkinder täglich abzuspeisen. Der Vorsteher dieser Gemeinde S. Scharmann und seine Gattin haben mehrere armen Kinder mit Fußbekleidung und mit Schulrequisiten versorgt.

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Um der „Hungerskrankheit“ vorzubeugen, verordneten die Stuhlbezirke, dass für die ganz Armen und Arbeitsunfähigen jener Banater Ortschaften, die schwer heim-gesucht sind eine Kraftsuppe gekocht werden sollte. Volks- oder Armenküchen wurden in den meisten Ortschaften des Banats errichtet. Überall fanden sich Vereine oder Einrichtungen, die sich den Bedürftigen annahmen und caritativ tätig waren. Das ging so bis zur Ernte von 1864, als das Notstandsjahr zu Ende ging. Die Dürre wirkte sich negativ auf sämtliche Lebensbereiche der Banater Bevölkerung aus und an deren Folgen hatten sie noch lange zu leiden.(3)

 

Anmerkungen:

1) Lammert, Erich Dr.: „Eines Landmannes Chronik“. In: NBZ v.21, 22. und 23.09.1982.

2) Menning, Helmut: Drama eines Banaters uraufgeführt. In: NBZ v. 3.10.1982.

3) Für vorliegenden Beitrag wurde die Temesvarer Zeitung von 1863 und 1864 ausgewertet.

Ein außergewöhnliches  Ereignis
Ein Artikel aus dem Buch „Die andere Seite", Frühjahr 1947
von Dipl.-Ing. Coloman Müller

Ein sehr schöner Frühlingsnachmittag. Man fühlte, wie die Natur erwacht. Guter Laune ging ich aus unserem Lager ins unweit gelegenen Internierten-Lager Kapitalnaja, um aufgrund ihrer Einladung das Gastspiel unserer Theatergruppe zu besprechen. Kurz bevor ich die Stadt verließ, kommt mir unerwartet unser stämmige, protzige stets aufdringliche NKWD Oberleutnant entgegen. Sofort barscht er mich an.

-    Wohin gehst du?

-    Ins Lager Kapitalnaja.

-    Was suchst du dort?
-    Ein Gastspiel unserer Theatergruppe zu besprechen.
-    Wer hat es dir erlaubt?
-    Der Herr Kombat Budilo.

-    Aber ich habe es dir nicht erlaubt!

Obwohl ich für diesen Besuch keinesfalls seine Erlaubnis benötigte sagte ich:

-    Ich habe Sie gesucht, aber sie waren nicht im Lager.

-    Ohne meine Erlaubnis darfst du das Lager nicht verlassen! So ein Vergehen wird mit Karzer bestraft!

Auch das stimmte nicht. Aber weshalb diese Wichtigtuerei und dazu noch diese Drohungen? Doch plötzlich, fast ohne Übergang kam die Katze aus dem Sack. Er befahl mir ganz überraschend; indem er sich an eine in der Nähe stehenden Hausruine näherte.

-    Komm pischen!

Ich verstand nicht gleich, was er wollte.

-    Wie bitte?

-    Komm pischen, hab’ ich gesagt!

-    Aber ich brauche nicht!

-    Komm pischen, hörst du nicht!

sagte er gereizt und verärgert, stellte sich zur Wand und tat so als wie wenn er seine Hose öffnen würde.

-    Dawai, dawai!

Ich stellte mich neben ihn und tat das Ähnliche.

-    Vsaimi dwadziat rublei! Borge mir zwanzig Rubel!

Zuerst kam es mir nicht zu glauben, was ich hörte. Ich war ganz verblüfft.

-    Dawai, dawai! - sagte er ungeduldig.

Da ich Geld bei mir hatte, gab ich ihm die verlangte Summe.

-    Vsio, idi! — Alles, geh!

Er steckte das Geld ein und eilte davon, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Langsam ging ich weiter, nöch immer ganz verblüfft von diesem unerwarteten und fast unglaublichen Ereignis. Ein NKWD-Offizier borgt sich Geld von einem Internierten !? Das geliehene Geld habe ich nie wiederbekommen, dagegen hat er mich von da an in Ruhe gelassen und nicht mehr mit seinen aufdringlichen „Hilfe“-Forderungen belästigt.

PS. Als ich gelegentlich meines Vortrages über die ,,Rußlanddeportation“ in Temeswar dieses Ereignis vor gewesenen Russland-Deportierten erwähnte, ergriffen zwei Personen das Wort.  Herr Ignaz Fischer und eine Frau, die behaupteten, dass ihnen auch ähnliches passiert sei. Auch sie wurden von ihren Lageroffizieren „angepumpt“.

Der Lebzeltreiter
von Hans Bohn

Das Atelier des Malers Ferch lag in der Olympiadei-Straße von Temeschburg, gegenüber dem Hause von Lehrer Bogner. Dem Künstler bot sich von seinem Fenster aus ein schöner Ausblick auf den anliegenden Garten des Lehrerhauses. Beide saßen sommers oft zusammen in der Rebenlaube und plauderten über Gott und die Welt. Der jüngere Lehrer kam oft und gerne in die Künstlerwerkstätte um das Neueste auf der Staffelei zu bewundern und - wie der Maler wünschte - zu begutachten. Auch heute hatte Franz Ferch ihn wieder einmal zu sich geladen, dabei war aus seiner Stimme leichte Befangenheit herauszuhören. Bogner dachte vorerst der Künstler wolle ihn zu einer kritischen Betrachtung seines Ölgemäldes ,,Traktoristin“ herausfordern, das von einem Gedicht des Lehrers inspiriert worden war. Doch der Maler blieb in sich gekehrt. Man saß sich schon eine gute Weile gegenüber, ohne dass ein interessantes Gespräch zustande gekommen wäre. Das Verhalten des Künstlers verriet eine gewisse Unruhe, sein Blick suchte einen Halt in der Runde. Schon wollte Bogner ihn ansprechen, als der bejahrte Mann schließlich von selbst aus sich herauskam: ,,Das alles hier soll ich nun zurücklassen und in meinen alten Tagen mit leeren Händen in die Fremde ziehen!? Ich will’s dir sagen, Nachbar: Meine Kinder haben bereits alles in die Wege geleitet, sie wollen mich unweigerlich nach Hamburg bringen!“

​Bogner fand vorerst keine Erwiderung. Die bedeutungsvollen Worte des Mannes mit dem lohweißen Haar hörten sich endgültig, wie der Fall des schwerreifen Herbstapfels aus dem Hausgarten an, der soeben durch das offene Fenster zu hören war.​

 

,,Nichts zu machen - ich muss weg aus meinem lieben Banat, weg von meinem Haus am sonnigen Maroschufer... ausgerechnet in den kalten deutschen Norden...! Wer sollte mir ansonsten in meinen unbehilflichen Tagen einmal hier noch ein Glas Wasser reichen?!“

Die Sekundentakte fielen abgehackt, wie ein Stakkato vom emaillierten Zifferblatt der schwarzen Standuhr mit der Aufschrift ,,Theresiaopol“ in die Stille des Raumes:

,,Was nützt es mir zu zögern - früher oder später müssen wir Schwaben ohnehin alle fort. Für uns ist es vorbei hier im Banat!“ Damit war ein Tabu gebrochen, das der Alte lange Zeit aus seinen Gesprächen ausgeklammert hatte!

Die Werkstätte des bekannten Malers Franz Ferch war ein ausgesprochen museales Areal: Der alte Feldkrug mit dem eingedrückten Punktekranz erblühte im Rot der Abendsonne auf dem Kasten mit der bunten Bauernmalerei; auf dem Brett des geschlossenen Fensters reihte sich eine Osterratsche an holzerne Butterformen aus Großmutters Zeiten und das krumme, steinerne Füllhorn, das der Heimatkundler Ferch beim Maroschdamm freigelegt hatte, zierte das Wandstück zwischen beiden Fenstern. Mit viel Phantasie zusammengebastelte ,Schwemmholzvögel‘ und Heidedisteln aller Art, die den Künstler zu einer naturalistischen Gemäldereihe inspiriert hatten, belegten - zusammen mit allerlei Hausantiquitäten - den letzten Freiplatz des großen Raumes.

Der Maler stützte beide Hände auf die holzgeschnitzten Löwentatzen des madjarischen Herrschaftsstuhles und erhob sich schwerfällig von diesem Prachtstück, das neben dem uralten ,Hasardtisch‘ Platz gefunden hatte. Der begnadete Künstler erzählte dem Lehrer, ein ungarischer Magnat habe eben an diesem Tisch beim Kartenspiel Weib und Domäne verloren. Herrschaftszeiten...

Die beiden so unterschiedlichen Nachbarsleute hatten einiges gemeinsam: Sie plauderten allzugerne über Menschen und vergangene Zeiten, konnten sich für die opferreiche Geschichte ihres Banater Schwabenvölkchens begeistern und offenbarten Sinn für die schönen Künste. Ferch kannte wie kein zweiter das Maroschtal mit seinen Flußauen und der tausendjährigen Salzstraße, mit Klöstern wie Bezdin und Bodrog, den archäologischen Fundorten, Awarenringen, Sarmatengräbern und Schanzhügeln. Der Altmeister wußte genauso Bescheid über die Flußmühlen an der Marosch wie über die ,,Venus von Deutschsanktpeter“, die der unermüdliche Altlehrer Hamerak in der Kaule des Ziegelofens kürzlich erst freigelegt hatte.

Sein besonderer Stolz galt jedoch den Lebzeltformen mit der Jahreszahl 1842, die von einem gewissen Franz Leiske kunstvoll in Lindenholz geschnitzt worden waren. Er hatte sie vor Jahren auf dem Hausboden einer Zuckerbäckerfamilie seiner Heimatgemeinde entdeckt und ihnen an der Hauptwand seines Künstlerateliers einen Ehrenplatz eingeräumt. Die Schnitzformen zeigten Adelige im Festornat, mittelalterliche Bauerntrachten‘ Handwerker, mumienartige Puppen und ungarische ,Lebzelthusaren‘ in prächtigen Uniformen und versilbertem Sattelzeug.

,,Auch diese wertvollen Stücke wird man mir wegnehmen. Ein Kustos des Banater Museums hat sie bereits verzeichnet; ich muss alle Lebzeltformen bis Monatsende an das Banater Museum abliefern!“ Mit besorgter Miene meinte er schließlich: ,,. .Wie gut dass wir sie noch rechtzeitig ausgeformt haben....!“

Auf Vorschlag von Lehrer Bogner war man vor einiger Zeit übereingekommen, die Schnitzformen mit blauem Ton von der Hatzfelder Ziegelfabrik als positive Figurenplatten auszuprägen, bei hoher Temperatur zu brennen und nach Bildvorlagen auszumalen. Ein schwieriges, jedoch lohnendes Unterfangen: Die fertigen Lebzeltfiguren hatten einen prächtigen Wandschmuck ergeben! Vor seiner Abreise hatte der alte Meister seine ,steinernen Lebzelter‘ sorglich verpackt und - wie einen Sack voll Heimaterde - mit sich nach Deutschland genommen.

Jahre waren indessen vergangen. Der Banater Maler Franz Ferch hatte in Deutschland das Zeitliche gesegnet, ohne dass Lehrer Bogner noch viel von ihm gehört hatte. Allein seine Worte lagen ihm immer noch im Ohr: ,,Einmal müssen wir alle gehn...“‘

Im Frühjahr 1990, nach dem blutigen Volksaufstand von Temeschburg, war auch Bogner mit dem großen Schub der 110.000 Schwaben und Sachsen aus Rumänien nach Deutschland gelangt. Im Sommer des folgenden Jahres besuchte der Lehrer gelegentlich seinen ehemaligen Schüler Kurt Ebinger in Pforzheim, dem er bei seiner Ausreise aus der Heimateinen der tongebrannten Lebzeltreiter zur Erinnerung geschenkt hatte. Der junge KFZ-Mechaniker Ebinger wohnte mit seiner Familie in einer Neubauwohnung auf die er mächtig stolz war: Alles modernst und pico-bello eingerichtet. Seine junge Frau - eine Banater Schwäbin aus einer großen Heidegemeinde - erwies viel Sinn für Sauberkeit und Ordnung. Ebinger selber verstand es mit dem ihm arteigenen schwäbischen Besitzerstolz, den Gästen seine ,Errungenschaften‘ möglichst eindrucksvoll zu präsentieren: Beim Haustor schon begrüßte er - via Sprechanlage - die Ankömmlinge; durch Knopfdruck rollte das Einfahrtstor auf. Kurz darauf erfolgte eine wahre Demonstration bundesdeutscher Funktionalität der Ebinger‘schen Hauswirtschaft. Selbst das Badezimmer mussten sich die Besucher schließlich ansehen. Nebenbei bemerkte der junge Gastgeber: ,,Ich brauche aus Gewohnheit jede Menge Zeit für die Morgentoilette; da hab‘ ich mir‘s natürlich auch im Bad hier gemütlich gemacht..!“

Die bunten Wandfliesen schillerten im Lichterglanz : Ein weiterer Schalterdruck ließ stereophone Musik erklingen; die Farbpalette einer kleinen Lichtorgel blinkte auf und begann sich im Kreise zu drehen: ,,Nun, was meint man dazu, Herr Lehrer..? Alles paletti.?! Im Banat saßen wir noch auf dem Plumpsklosett...!“

Am gleichen Nachmittag brachte Ebinger seine Gäste in den Schrebergarten. Die wohlgeordnete Anlage befand sich an einem Hang und war nach Gemüsearten parzelliert. Unverkennbar hatte Schwiegervater Franz der es sich nicht nehmen ließ die Gäste zu begleiten, seine Hand hier mit im Spiel. Kurt räumte es gerne ein - woher sollte er, der Vielbeschäftigte auch noch Zeit für die Gartenarbeit finden?

Vom Mittelweg aus zogen sich wohlgepflegte Gartenkulturen bis zum Kartoffelschlag am Abhang, zwischendurch von Pflaumenbäumchen bestanden. Den Zaunrand umsäumten Himbeersträucher. Salat- und Erbsenbeete, Wurzelgemüse, eigentlich gab es hier alles für den Küchentisch. Sogar der Mohn blühte weiß und rosa in der Reihe.

Lehrer Bogner stutzte plötzlich: Am linken Rande des Gartenwegs erblickte er das tongebrannte Relief des Lebzeltreiters, das er seinem Schüler Ebinger bei dessen letztem Besuch im heimatlichen Banat geschenkt hatte! Bogner traute seinen Augen nicht: Die Trompete des Hornisten war samt Husarenuniform vom Winterfrost abgebröckelt, ihr Ziegelrot vermischte sich bereits mit der schwarzen Gartenerde.

Kurt, der ihm gefolgt war, konnte seine Verlegenheit nur schlecht verbergen, Röte zeichnete sein Gesicht . Der Lehrer wandte sich ab und ging weiter, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Kurt Ebinger schwieg sich desgleichen aus.

Die Lehrersfrau war mit Schwiegervater Franz plaudernd zurückgeblieben. Dieser palaverte über die einträglichen Segnungen seines Schrebergartens. ,,Zuviel Bier getankt..“ entschuldigte sich der Lehrer:  „ich muss mal, Kurt..!“ ,,Da unten am Abhang..!“ wies Kurt mit ausgestrecktem Arm auf das Bretterhäuschen. Bogner schritt davon, während der junge Mann sich den Herankommenden zuwandte. Das kalkgetünchte ,Häusl‘ hatte ein kreisrundes Guckloch, einen Papiernagel, . . genau wie in den dreißiger Jahren im Heidedorf daheim! Nicht doch....! Auf dem Sitzbrett lag ein angerissener ,,Banater Volksbote“. Unter der quer durchrissenen Jahreszahl ,1928‘ des Kalenders blieb es gerade noch leserlich: ,,. . welches ein Schaltjahr von 366 Tagen ist. Herausgegeben von Peter Loris für seine lieben Banater Landsleute“. Bogner durchblätterte das alte Jahrbuch aus dem Banat. Auf der folgenden, ebenfalls abgerissenen Blattseite‘ fiel ihm die zweite Strophe der Banater Hymne ins Auge: ,,Nimmer um Goldgewinn, gib du den treuen Sinn, für alles Hohe hin, das dich verklärt!“ Und weiter: ,,Mich reißt Begeist‘rung hin, dass ich ein Deutscher bin.. .,,usw.

Dem lebenserfahrenen Lehrer wurde speiübel. Schade — sein ehemaliger Schüler Kurt hatte kein Geld für zweckmassigeres Papier!?

Themen vergeblicher Unterrichtsstunden flimmerten am geistigen Auge des Altlehrers vorbei : Besiedlung, Volksnot und Urbarmachung, die Blütezeit des Banater schwäbischen Bauerntums. . . .alles im Eimer! Die bittere Erkenntnis blieb: Die Schwadronen des ,,Edlen Ritters von Savoyen‘ waren im Gedächtnis seines Schülers Kurt hier, in Deutschland noch eher zerbrökelt, als der tongebrannte Lebzeltreiter aus dem Banat, als Randstein im Pforzheimer Schrebergarten!

Heiliger Strohsack - unser regsamer Landsmann Kurt Ebinger hatte gründlich aufgeräumt mit allem was an Herkunft und Vergangenheit rührte: Zweihundertachtzig Jahre deutscher Siedlungs- und Kulturgeschichte an der unteren Donau sind im ,,Gartenhäuschen mit dem runden Loch“ bereits zum Abfall geworden! War da nicht schon die erste Aussiedlergeneration aus dem Banat bereits daran, Begriffe wie ,,Heimat“ und ,,Landsmann“, ,,Volkskultur“ und ,,Identität“ auf dem Misthaufen der Geschichte verrotten zu lassen?!

Wozu auch sollte gerade Kurt Ebinger sich hier und heute in Deutschland noch um so etwas wie ,,Geschichtsbewusstsein“ scheren?! Oder wollte auch er - wie der Schriftsteller Martin Walser meinte - nur ,wegschauen um nicht auf der anderen Seite einen ,,gewissen Verdacht“ zu erregen?!

Altlehrer Bogner wollte auf einmal in aller Übereile aus dem Schrebergarten der Ebingers fortkommen. Seine Frau warf ihm deswegen einen unmissverständlichen Blick zu. Auch Vetter Franz versuchte den Gast zum Bleiben zu bewegen: Seine Frau Lina habe doch ein großartiges ,Abendbrot‘ für die lieben Gäste zubereitet. Alles vergeblich, Altlehrer Bogner zeigte wenig Appetit darauf— er war einfach müde und wollte den Abendzug erreichen.

Sein ehemaliger Schüler Kurt Ebinger verharrte indessen wortlos am Wegrand und überblickte abwesend das weite Pfälzer Gartenland. Bogner schien es, als sei der junge Mann mit seinen eigenen Gedanken in Zwietracht geraten. War er bei dieser Wiederbegegnung mit seinem Lehrer etwa in einen Gewissenskonflikt geraten?

Wohl kaum: Der gute Kurt war sicherlich auf bestem Wege ein „normaler Deutscher“ zu werden!​​

AUF KONZERTREISE
Anekdotisches aus dem alten Temeswar
von Robert  Glatt

Franz Liszt wurde als Sohn von Adam Liszt, Rentmeister des Fürsten Esterhazy, in Raiching im heutigen Burgenland geboren. Der Ungar Liszt erlernte die ungarische Sprache erst als junger Mann. Schon mit acht Jahren tritt Franz Liszt als erfolgreicher Pianist in Baden bei Wien auf, hat 1822 bei seinem Konzert in Wien einen sensationellen Erfolg und wurde der bedeutendste und erfolgreichste Klaviervirtuose seiner Zeit. Als Komponist und Haupt der Neudeutschen Schule entwickelte er die Symphonische Dichtung und die für seine Zeit kühne Harmonie.

Im November 1846 unterbrach Liszt seine Konzertreise nach Bukarest und Konstantinopel im Banat, wo er drei Konzerte in Temeswar, sowie je ein Konzert in Arad und Lugosch gab. Liszt bezeichnete seinen Aufenthalt im Banat als eine phantastische Triumph reise.

Der leidenschaftliche Raucher Liszt ließ hinsichtlich dieses Lasters oft an der Rücksicht fehlen. So rauchte er anläßlich der Bahnfahrt nach Arad im Zugabteil eine dicke Brasilzigarre und bließ den Rauch der gegenübersitzenden reifen Dame ins Gesicht. Die Dame protestierte sodann auch mit den Worten: ,,In meiner Jugend war es nicht üblich, daß die Kavaliere in Anwesenheit von Damen rauchten.“

,,Das will ich gerne glauben, gnädige Frau“, erwiderte Liszt ungalant der Dame, ,,denn in Ihrer Jugend war weder die Eisenbahn erfunden, noch gab es Brasilzigarren.“

Liszt war ein ausgezeichneter Menschenkenner. Auf Grund dieser Erfahrung ließ er sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen, wie man zu sagen pflegt. Und natürlich kannte er nur zu gut, durch die vielen Konzertreisen quer durch unseren Kontinent, den Trick der Oberkellner, wenn sie über Mangel an Kleingeld klagten und behaupteten, die kleinen Münzen nicht herausgeben zu können.

Während Liszt eine Woche in Temeswar weilte, kehrte er ins Gasthaus ,,Goldene Krone“ ein zum Speisen. Beim Zahlen machte der Ober wieder die verzweifelte Anstrengung, aus der rechten Hosentasche etwas Kleingeld herauszuwinden. Liszt meinte mit einem verbindlichen Lächeln zum Ober :,, Vielleicht schauen der Herr Ober einmal in der linken Hosentasche nach...?“ Der Oberkellner ebenso verbindlich zu seinem Gast Franz Liszt: ,, Sie waren wohl auch aamol Kellner, mei Herr ?“

IM SCHATTEN DES DOMS
Erlebtes Temeswar, emotional verteilt zwischen altbewährten Traditionen und sozialistischer Realität
von Dr. W. Alfred Zawadzki

Wie jeder waschechte Temeschburger, denke ich oft und gerne an meine Geburtsstadt zurück. Nostalgie, Romantik, Liebe und Hass, Genugtuung, Stolz und Resignation verschwimmen idyllisch und kriechen als Erinnerung unter den Bögen meines Seelengemäuers hervor. Ich finde mich auf dem Domplatz wieder, vor mir der Artesibrunnen, hinter mir das gewaltige barocke Portal der Domkirche, mit seinem geschwungenen Aufbau und der symbolischen Bischofsmütze.

Diesen Weg ging ich mehr als 12 Jahre lang täglich in die Lenauschule. Ich wohnte angenehme 15 Gehminuten weit weg, im „TIPOGRAFILOR“-Viertel und kannte fast jeden Stein, auf dem Weg hin und zurück. Die Symbiose aus altem, Ehrfurchteinflößendem Gestein und sozialistischem Beton war allgegenwärtig. Trotzdem verschwamm die planwirtschaftliche „Moderne“, wie von Geisterhand weggewischt, als ich vom Dr. Russel-Platz kommend in die George-Cosbuc-Straße einbog, vorbei an der Haustür meines Klassenkameraden Peter Steiner. In dem kleinen, mit Kopfsteinpflaster getäfelten Gässchen überkam mich eine gewisse Beklemmung, es wurde stiller und dunkler, der Straßenlärm verebbte, nur meine Schritte wurden lauter. Ich betrat die Paul-Chinezul-Straße und sah das Hinterschiff der Domkirche und die beiden Kirchtürme in den Himmel wachsen. Am morgen war die Straße fast immer menschenleer. Jede Viertelstunde erklang die Turmuhr und ich musste immer stehen bleiben, so dumpf klang die Kirchenglocke, als wolle sie etwas unangenehmes verkünden. Der Schleier fiel erst wieder ab, als ich die Treppen vor der Domkirche erreichte. Es wurde wieder hell, ich hörte wieder Vogelgezwitscher und blickte offen, weit über den ganzen Domplatz. Ich hatte mir eine Stelle ausgesucht, an der ich den rechten Turm in spitzer Perspektive hochguckte und sah wie viel Zeit mir noch blieb um rechtzeitig in der Schule anzukommen. Unerreichbar und gleichzeitig beschützend wirkten die Türme und die geschwungenen Giebelfassaden, die verblendeten, abgestuften Gesimse und die schlanken Säulen. Die Ornamente und deren Licht- und Schatteneffekte gravierten sich in mein Herz, ich entdeckte täglich neue, noch nicht erkannte Details und in mir keimte schon damals die Liebe zur Architektur.

Wie der wohlklingende Refrain in einem gerne gesungenen Lied, wurde der Domplatz  ein Teil meines Temeschburger Daseins. Als kleiner Junge durfte ich sonntags nicht ausschlafen, mein Vater ging gerne auf den Markt und ich musste mit. Damals waren die mit frischem Gemüse und Obst reich bestückten Tische rund um die Dreifaltigkeitsstatue aufgestellt. Mein Groll nicht ausgeschlafen zu haben, verging beim Anblick der frischen Radieschen, der jungen grünen Zwiebel und dem Dickicht an zartem Salat. Es gab damals eine Frau Rosner, die aus Blumenthal die schönsten Erdbeeren mitbrachte und ich durfte mir, nach fertigem Einkauf, quasi als Bonus, die größte Erdbeere herauspicken. Frau Rosners Früchte waren viel größer als die der anderen, mit üppigen Rundungen, so richtige Mutanten, von denen man einige Male abbeißen musste bis sie gegessen waren. Die Barocke Beschaffenheit der edlen Frucht nahm damals schon Einfluss auf meine späteren Faszinationen. Auf dem Nachhause-Weg trug ich das Netz mit den Früchten. Mein Stolz über die übernommene Verantwortung erhielt eine Steigerung als aus der Domkirche Orgelmusik erklang. Ich durfte kurz eintreten und dem Organisten zuhören der seine Messe vorbereite.

Als 58-er Jahrgang, als Vertreter einer Generation, die trotz innenpolitischer Schwächen, paragraphierter Vorschriften und staatlich befohlener Weltanschauung, keine Freude am Lämmchenhüten hatte, mischten wir, nach beendetem Schultag, das kleine Universum zwischen Lenauschule und Domplatz kräftig auf. Unsere damalige Grundschullehrerin, Frau Josefine “Jozzo“ Lang, eine temperamentvolle Dame, mit außergewöhnlicher Pädagogik, hatte uns gut im Griff. Wir waren Lausbuben und kassierten fast täglich Ohrfeigen. Wir machten irgendeinen Blödsinn und dann gab es die verdiente „Watschn“ von unserer „GENO“(Abkürzung für das vorgeschriebene Genossin Lehrerin), mit der sie uns dann bis zum Ende des Schultages beruhigte. Ich bin ihr heute noch dankbar für die Art und Weise wie sie uns erzogen hat. Nach dem letzen Pausenläuten, nachdem Bücher und Hefte im Schulranzen versorgt waren, hatte sich erneut genügend Energie angestaut, die ähnlich einer nuklearen Reaktion entweichen musste. Schreiend stürmten wir die Gheoghe-Lazär-Straße zum Domplatz hinunter. Vor der Domkirche gab es einen Wiesenähnlichen Rasen, der wie geschaffen für unsere Aktivitäten war. Im Mai blühte dort der schönste Löwenzahn und ich hatte Mühe die vom Fußballspiel im frischen nassen Gras besudelten Hosen und Schuhe vor meiner Mutter zu verbergen.

Auch dort, im Schatten des Doms, verdiente ich mir, als neunjähriger, meinen ersten Kaugummi.  Nach einem langem Spiel, an einem warmen Junimittag, nachdem unsere Kameraden schon auf dem Heimweg waren, saßen wir zu dritt, der Bohn Reini, der Weißenburger Horst und ich, abgekämpft, im Gras und faselten über Gott und die Welt. Ein Touristenpärchen aus Deutschland wollte den Dom besichtigen und als sie uns deutsch sprechen hörten, trauten sie sich nach dem Eingang zu fragen. Wir zeigten auf das seitliche Portal und ich sah in der linken Hand des Herrn einen Schlüsselanhänger mit Mercedes-Stern. Als ich fragte wo der Wagen sei, um ihn aus der Nähe begutachten zu dürfen, winkten sie ab. Er stand bei Verwandten in der Josefstadt in der Garage. Die schon etwas ältere Frau war aber neugierig geworden und wollte unbedingt wissen, woher ich spontan den Stern erkannt hatte, wieso uns überhaupt die Marke etwas bedeutete usw. Nun war sie wieder da, diese Zwiespältigkeit, die Kluft zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost und West. Ich kam mir veralbert vor, dass man uns, als wir deutsch sprachen, überraschend interessant fand, uns aber als Ostblockkinder gleichzeitig nicht zutraute etwas über die westliche Zivilisation zu wissen. Nachdem noch immer Skepsis in Ihrer Stimme hallte und die Fragen immer bohrender wurden, beschloss mein Gerechtigkeitssinn - auf Rache getrimmt – der „Fremden“ eins auszuwischen. Ich hatte glücklicherweise ein Stück Schulkreide in meiner Uniformtasche und malte unter erstaunten Blicken, auf den teils aufgeplatzten Asphalt vor dem Domkircheneingang, einen Mercedes Kühlergrill. Die beiden waren sprachlos. Der Mann, als erster mit dem technischen Check der Zeichnung zufrieden, begann nervös in seinen Taschen zu kramen. Er meinte, so was müsste man belohnen, fand dann allerdings nur einen Kaugummi. Es war ihm sichtlich peinlich, nachdem wir ja zu dritt dastanden, mir nur einen Streifen geben zu können, seine „liebe“, neugierige Frau hatte aber auch nichts dabei. Ich bedankte mich und wir gingen zurück und setzten  uns auf die Wiese, wo noch unsere Schulranzen lagen. Ein Kaugummi war 1967 in Rumänien eine Seltenheit. Ich riss ihn in drei Teile und gab jedem meiner Freunde ein Stück. Wir kauten an unserem Kaugummi und waren glücklich!

Anno 1968, als Leonida Tämas Bürgermeister von Temeschburg war, gab es noch ein paar Höhepunkte für den Domplatz und unseren Dom. Auf seine Initiative hin,  wurden vor die Domkirche und die Dreifaltigkeitsstatue riesige Leuchten aufgebaut, welche nachts diese Bauten noch herrlicher erstrahlen ließen. Der Domplatz war in ein Lichtermeer getaucht und wurde zur vielgepriesenen Touristenattraktion.

Zu Ostern 1971 schenkten mir meine Eltern ein damals sehr modernes „Mini-Fahrad“. Ich fuhr wie verrückt und probierte damit auch die unmöglichsten halsbrecherischen Kunststücke. Vor der Domkirche, auf der damaligen Rodnei-Straße, die eigentlich sehr verkehrsberuhigt war, trafen sich, wie heute die Skate-Boarder, mehrere Mini-Fahrad-Inhaber und führten ihre Künste vor. Bei einem derartigen versuch bemerkte ich einen heranfahrenden ARO nicht und wurde ziemlich unsanft zu Boden gestoßen. Mein linker Ellenbogen, mein Oberarm und mein linkes Knie waren aufgeschlagen doch ich konnte problemlos wieder aufstehen und blickte überrascht in die Menschenmenge die sich um mich gesammelt hatte und den Fahrer, der sich, kreidebleich, in der offenen Tür seines Führerhauses wie angewurzelt festhielt und  auf uns herabstarrte. Die Schrammen machten mir nichts aus, ich war eher besorgt um mein Fahrrad dessen hinterer Kotflügel total verbeult war. Eine junge Frau kam mit einem in Domplatzmineralwasser eingetauchten Taschentuch und wischte mir die Wunden ab und meinte hoch oben auf die Domkirche zeigend, ich hätte einen GROSSEN Schutzengel!

Auf dem Domplatz war immer was los. Menschen kamen von weit her mit Kanistern bewaffnet und standen am Brunnen zivilisiert „Schlange“ um sich mit dem wertvollen Mineralwasser einzudecken. An schönen Sommertagen waren Kindergartengruppen auf den Rasen verteilt und spielten unter dem wachsamen Auge der Kindergärtnerin. Auf den Bänken trafen sich die Schachspieler und eine ganze Schar von „Beobachtern“ verfolgten ihr Treiben. Auf der Bank vor der Engels-Straße (gewesene Mercy-Gasse) saß Szabo-Bacsi mit seinem Akkordeon, spielte und sang dazu, mit großer Wehmut, die Lieder von Freddy Quinn, wie „Junge komm bald wieder“ und, was mir am besten gefiel, „Wir lagen vor Madagaskar“. Man sprach deutsch, ungarisch und rumänisch und fühlte sich trotz der sozialistischen Einebnungsversuche richtig geborgen. Man traf täglich die gleichen Gesichter, grüßte und lächelte sich an. Alles hatte seine Ordnung und jeder seinen Platz. Ich hatte damals(1975/ 76) eine Freundin, die in einem der neuen, an den Domplatz(11. Junie Straße) grenzenden Wohnblocks wohnte. Ihr strenger Vater tolerierte mich, sah mich aber nicht gern. Deswegen trafen wir uns immer auf dem Domplatz, auf einer Bank mit Blick auf die Domkirche. Ich studierte den Bau sehr oft und lange bis Sie eintraf. Der leichte, zwischen die kräftigen Türme gespannte konkave Schwung und die reich mit Skulpturen besetzte, tektonisch labile Umrahmung des Hauptportals, hatten es mir besonders angetan. Da sie leider immer früh am Abend zu Hause sein musste, kehrte ich danach zur selben Bank zurück, setzte mich hin und, den großen Platz überblickend, ließ ich die am Nachmittag und Abend erlebten Ereignisse Revue passieren. Ich brauchte meine Ruhe um die Dialoge und die Zärtlichkeiten, die sanften Streicheleinheiten und die empfundenen Gefühle in mir verglühen zu lassen. Dort, vor dem Temeschburger Dom, störte mich keiner. Im Garten links und rechts neben den Kirchenflügel waren wilde Nelken und „Königin der Nacht“ angepflanzt. Im Sommer wehte eine leichte Brise den Abendduft genau in meine Nase. Ich sog ihn mit all den gelebten Empfindungen ein und wollte gar nichts mehr hergeben, als könne ich es, wie auf eine Computerfestplatte, einspeichern.

Ende der 70-er Jahre verfiel unsere so geliebte Ordnung und die stabil geglaubte Gerechtigkeit, in erschreckendem Rhythmus. Nationalistische Überzeugungen des rumänischen Parteiapparates, der charakterliche Verfall der Nomenklatura und das immer dünner werdende Deutschtum, die allgegenwärtigen Sozialismusbekundungen und Vertuschungen der klammheimlich überschriebenen Alltagsmisere, stürzten die Wirtschaft in eine sich nicht mehr erholende Krise. Wir vollzogen als Deutsche Volksgruppe die waghalsigste Gratwanderung zwischen altbewährter Tradition und Demagogen-Kommunismus und schlängelten uns geschickt, mit zermörserter Hoffnung, durch die Betonpfeiler der Kaderrealität,  in unserem immer enger werdenden Krematorium der Freiheitsgelüste. Das Lebensmittelbeschaffungsproblem rückte auf den ersten Platz der Tagesprioritäten und die Tankstellenwärter, die unter der Hand den so seltenen Sprit verkauften, rückten zu den begehrtesten Neureichen der stark gebeutelten Temeschburger „Prominenz“ auf. Ich absolvierte 1983 mein Zahnmedizinstudium und arbeitete Anfangs in der II. Poliklinik(Väcärescu), in der Josefstadt. Ich war Zahnarzt mit Leib und Seele, dieser eingeschlagene Beruf erwies sich allerdings als „praktisch“ in den so schweren Zeiten der achtziger Jahre. Durch die vielen Patienten erhielt ich Zugang in alle TABU-Bereiche der sozialistischen Versorgungswirtschaft. Bei uns im Wohnblock hatte sich im Parterre ein Mann „eingenistet“ der als „PENSIONIST“, den ganzen Tag zu Hause war, alles zwischen seinen zwei großen Blumentöpfen auf der Balkonbrüstung beobachtete und aufschrieb, was sich in und aus dem Haus bewegte. Als ich Abends heimkam musste ich die vollen Taschen im Auto lassen, bis es nachts stockfinster war und ich, scheinbar unbeobachtet, wie ein Dieb, meine Einkäufe, auf welche die ganze Familie wartete, nach oben tragen konnte.

 

Auf den Domplatz kam ich nur noch ganz selten. Dank einer lieben Frau Mikowetz, die Chefin der dortigen „GOSTAT“, wurde ich telefonisch verständigt und begab mich durch die Hintertür ins Geschäft, wenn sie wieder einmal SOMMERSALAMI bekommen hatte. Nachdem alles verstaut war, riskierte ich einen Blick auf den verkommenen Platz. Der DOM lag im Dunkeln. Die Ende der 60-er Jahre, liebevoll aufgestellten Reflektoren waren von „Neosozialistischen Wandalen“ mit Ziegelsteinen zerschlagen worden, auf der Wiese davor gab es kein Gras mehr und der gesamte Domplatz glich einer unregelmäßigen Pfütze. Auf den Bänken lümmelten die aus der Moldau frisch „eingeführten“ Arbeitskräfte. Sie pöbelten die wenigen Passanten an und hörten lautstark „muzicä popularä“.  Im Gärtchen der Domkirche gab es nur noch Unkraut und das sonst so stolze Portal, war in einem jämmerlichen Zustand. Die vorgeblendete Stirnmauer und die reich gezierten Fensterverdachungen lugten trist und verdreckt aus dem lieblos vernachlässigten Bau. Nur die Kirchenglocke klang immer noch gleich dumpf und sendete unheilverkündende Laute in den Nachthimmel.

Für unsere Volksgruppe war die ethnische Dämmerung eingetreten. Man versuchte mit verderblichen Mitteln uns aus der Reserve zu locken. Zum Arbeiten und zum Auslöffeln der einem trüben Tümpel gleichenden „sozialistischen Einheitssuppe“ waren wir immer gut genug. Deutsche Leute in führenden Positionen wollte man allerdings nicht mehr sehen. Mein Vater, der sich 17 Jahre lang in einem Führungsposten durch Ehrlichkeit behauptete und sich von keinem Repräsentanten der vorgeschobenen Bakschisch-Wirtschaft kaufen ließ, wurde zum Direktor einer nur auf dem Papier vorhandenen “Automobilfabrik“(die gewesene Tehnometal) „befördert“. Die Partei verpflichtete ihn zu einer unlösbaren Aufgabe.

Man scheute keine noch so perverse Machenschaften um sich charakterstarker Persönlichkeiten zu entledigen. Man zupfte uns täglich immer mehr Blütenblätter von unseren „Margueriten“, bis wir nur noch mit dem leeren Stengel dastanden. 1987, nachdem ich zwei Assistenz- und zwei Jahre am Lehrstuhl für Prothetik der Zahnmedizinhochschule in der Studentenausbildung hinter mir hatte, erhielt ich die Gelegenheit mein zweites Doktorat zu machen und zum Lektor aufzusteigen. Mit Sicherheit in anderer Absicht, trotzdem aber geistesgegenwärtig, rief mich der damalige Dekan zu sich und fragte mich überraschend direkt ob ich als Deutscher wirklich glaubte irgend wann mal Professor werden zu können?!? In mir brach im ersten Moment eine Welt zusammen. Augenblicke später aber wurde mir bewusst, dass der Dekan mit seiner Ehrlichkeit den Brennstab in einen Reaktor eingeführt hatte und in mir schon die Kernschmelze begann. Schon während meiner Ausbildung an der Hochschule, fand sich immer irgend ein geistiger Pfadfinder der sich dazu berufen fühlte zu behaupten: „...Ihr Deutschen seid ja so gescheit, komm zeig’ mal wie clever DU bist!“ In meiner Seele waren aber Urankerne gewachsen, und ich begab mich, selbstbewusst und vor allem rotzfrech, immer wieder auf politisches „Glatteis“. Ich wollte mich damit nicht abfinden, in die Schmollwinkel der inneren Reservate, die dunklen Treppen hinabzusteigen und entschied mich zur Flucht. Am 24. Juli 1987, am letzten Abend davor, spazierte ich noch mal durch Temeschburg. Ich begann am  Neptunbad, ging durch den Pionierpark am Gingko-Biloba-Baum vorbei, atmete im Rosenpark noch mal den herrlichen Duft ein, nahm Abschied von der für mich so beeindruckenden Bischofsbrücke und landete schließlich am Domplatz auf meiner vielgeliebten Bank mit Blick auf den Dom. Der prächtige Barockbau stand immer noch ehrfurchtsvoll da. Die so behäbig proportionierte, reich und trotzdem diskret verzierte Fassade mit den reliefartigen Stukkaturen prägte ich mir lange ein.

 

Am nächsten Tag verließ ich Temeswar für immer. Ein Stück meiner Seele liegt aber immer noch dort, IM SCHATTEN DES DOMS!

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letzte Aktualisierung: 13. November 2019

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